Warum wir eine menschzentrierte Computeroberfläche entwickeln – für Bildschirme und Extended Reality
Viele halten uns für verrückt und fragen uns: "Warum entwickelt ihr ein räumliches Zooming-Interface für Computer und experimentiert gleichzeitig mit XR-Headsets? Hier ist die Antwort:
Galactify hinterfragt den Status quo, wie wir mit Computern arbeiten.
Denn die heutigen Computer-Interfaces sind Computer-zentriert – und nicht menschenzentriert!
Das führt zu fehlender Übersicht und teuren Fehlern bei der Arbeit an komplexen Projekten und Prozessen. Und mal ehrlich: Wenn man genau hinschaut, egal ob kleines oder großes Unternehmen – alles wirkt komplex. Und Komplexität ist tödlich!
Doch Komplexität ist oft nur ein Konstrukt. Bricht man Dinge in kleinere Teile herunter, wird sofort alles klarer! Genau dabei sollte eine menschenzentrierte Computeroberfläche helfen: Dinge einfacher zu machen und nicht komplizierter!
Weil eine menschenzentrierte Computeroberfläche der rote Faden von allem ist, was wir tun, wollen wir klären, welche Eigenschaften eine Mensch-Computer-Schnittstelle wirklich menschenfokussiert machen. (Vielleicht sind wir ja doch nicht so verrückt.)
Zooming als Grundprinzip
Wenn du den Überblick verloren hast und das große Ganze sehen willst, machst du intuitiv einen Schritt zurück: wie ein Professor, der einen mehrstufigen Prozess an der Tafel erklärt. Oder wie Expertinnen, die neue Geschäftsprozesslandschaften entwerfen, sie ausdrucken, im Raum aufhängen – und dann einen Schritt zurücktreten. Manche nennen das die Vogelperspektive. Ein Schritt zurück, und du siehst, wie Dinge zusammenhängen und verstehst den Kontext.
Der erste Teil einer menschenzentrierten Interaktionsmethode besteht also darin, Usern die Möglichkeit zu geben, einen Schritt zurückzutreten! Und natürlich gehört dazu auch die komplementäre Interaktion: näher heranzugehen, um Details zu betrachten – hinein zu zoomen!
- Das digitale Pendant einen Schritt zurück zu treten auf einem Computerbildschirm ist das Herauszoomen.
- Und das Pendant einen Schritt zurück zu treten in einem XR-Headset ist: tatsächlich einen Schritt zurückzugehen :)
Physisch Greifbare Elemente
Wenn Teams feststecken und neue Ideen brauchen, um große Herausforderungen zu lösen, kommen sie zusammen und machen ein strukturiertes Brainstorming. Selbst im Zeitalter von Computern und digitalen Whiteboards greifen viele Verantworltiche in Workshops weiterhin zu Papierkarten und Whiteboards. Nicht, weil sie keine Computer nutzen wollen. sondern weil sie wissen, dass Menschen kreativer sind, wenn sie ihre Gedanken aufschreiben, aufstehen, ihre Karten an die Tafel bringen und sie dort per Hand platzieren, wo sie am besten hinpassen. Konzepte werden dadurch greifbar! Oder wie manche sagen: ‚Ich brauche meine Hände zum Denken!‘
Und genau das ist das zweite Merkmal einer menschenzentrierten Schnittstelle: Ideen, Prozessschritte oder allgemeiner gesagt deine Arbeitselemente müssen greifbar sein!
- Auf dem Bildschirm sind Whiteboard-Tools und Drag-and-Drop das, was greifbaren Elementen am nächsten kommt. Doch eine Maus oder ein Trackpad imitieren das Greifen nur. Tablets und Touchscreens sind deshalb so beliebt, weil sie Daten zumindest etwas greifbarer machen.
- In XR dagegen werden Elemente wirklich greifbar: Du kannst einen Prozessschritt wie eine Karte nehmen und dorthin bewegen, wo er hingehört. Das sorgt für einen echten ‚Oh wow, cool!‘-Moment, denn plötzlich werden theoretische Informationen zu realen Objekten!
Räumlicher Workspace
Die Erde ist nicht flach, sie ist eine Kugel. Wir leben in einer dreidimensionalen Welt. Seit Jahrhunderten sind Wissen und Kunst Teil dieser dreidimensionalen Realität.
Doch wenn es ums Arbeiten mit Computern geht, haben wir stillschweigend akzeptiert, dass Bildschirme flach sind – und damit auch fast alle Software (außer 3D-Engineering und -Design). Lange Zeit war das auch sinnvoll: Die Technologie war schlicht nicht so weit: also lieber eine computerzentrierte Oberfläche als gar keine ;)
Die gute Nachricht: Die Rechenleistung hat inzwischen ein Niveau erreicht, auf dem wir die dritte Dimension in Alltagssoftware bringen und so räumliche Workspaces schaffen können!
- Am Computer bedeutet das: Dinge, die weniger wichtig sind, wandern weiter weg, Wichtiges rückt näher. Auch Versionen lassen sich räumlich ordnen – ältere weiter hinten, neue weiter vorn, fast wie bei Apples Time Machine.
- Mit einem XR-Headset heißt das: Du nutzt den echten Raum um dich herum und platzierst deine Arbeit darin.
Natürliche Sprache (sprechen & schreiben)
- Ein weiterer Aspekt, der uns Menschen menschlich macht, ist die Fähigkeit zur Sprache. Wir denken und kommunizieren in natürlicher Sprache. Wenn wir jedoch mit Computern arbeiten, sind wir es gewohnt, erst zu lernen, wie eine bestimmte Software funktioniert, welche Shortcuts uns effizienter machen und welche Buttons wir klicken müssen, damit der Computer das tut, was wir wollen.
- Doch eigentlich müssen wir das nicht mehr lernen – wir können einfach mit dem Computer sprechen. Das ist einer der Hauptgründe, warum KI mit Sprach- und Chat-Interfaces so schnell populär geworden ist: Die Informationen waren längst da, Menschen konnten nur nicht leicht darauf zugreifen. Natürlich gibt es noch viele weitere Faktoren, die die KI-Revolution erklären – hier betrachten wir nur die Interface-Ebene!
- Natural Language Processing ist die Zukunft der Arbeit. Dabei sehen wir keinen Unterschied zwischen klassischen Computern und XR-Headsets
Zooming als Grundprinzip‚ Greifbare Elemente, Räumliche Workspaces und Natürliche Sprache – diese vier Attribute definieren ein menschenzentriertes Computer-Interface. Verschiedene Technologien bringen uns Schritt für Schritt näher dorthin, sowohl auf klassischen Computern als auch auf XR-Headsets und bald AR-Brillen. Die Technologie ist heute an einem Punkt, an dem räumliche Interfaces keine Science-Fiction mehr sind: Sie werden bereits im Produktdesign, Training und anderen Bereichen eingesetzt. Wie KI gehören sie zu den grundlegenden Technologien, deren Einfluss weiter wachsen wird.
Wie schnell das geschieht, weiß niemand. Aber wir wissen: Die Arbeitswelt nutzt heute klassische Computer, Laptops, Tablets und Smartphones. Deshalb bauen wir ein ‚Spatial-First‘-Interface, das im Browser läuft, damit jeder sofort starten kann. Manche Eigenschaften lassen sich jedoch nicht auf einem flachen Bildschirm realisieren; deshalb experimentieren wir zusätzlich mit Galactify Spatial Diagrams, um Prozessdiagramme in XR zu gestalten.
Klingt immer noch ein bisschen verrückt, aber für uns ist es nur logisch, alle Technologien zu nutzen und sie so vielen Menschen wie möglich zugänglich zu machen :)


